Ehepaar Hugo Elsoffer und Johanna Elsoffer

Hugo Elsoffer wurde am 19.06.1878 in Gießen geboren.
Sein Vater war Samuel Elsoffer, Kaufmann, 1852-1911, begraben auf dem Neuen Friedhof in Gießen1
Seine Mutter war Karoline Elsoffer, 1852-1913, begraben auf dem Neuen Friedhof in Gießen.2


Johanna Elsoffer, geb. Rothenberger, mit den Töchtern Louise (rechts) und Ruth-Edith (links)

Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaft von 1898 bis 1901 an der Gießener Universität. Am 6. Juni 1905 wurde er vom Landgericht zu gelassen. Die Zulassung wurde am 1. Nov. 1938 gelöscht, mit Wirkung vom 30.11.19383.
Hugos erste Ehefrau war Johanna Elsoffer, geb. Rothenberger aus Heuchelheim, geb. 17.07.1887. Sie ist die Mutter der beiden Töchter, Louise, geb. 22.05.1909, und Ruth Edith, geb. 18.02.1911. Johanna starb am 09.04.1917 in Gießen und ist auf dem Neuen Friedhof begraben4.
Hugos 2. Ehefrau, ebenfalls mit Vornamen Johanna, geb. Cohn, geb. 20.12.1883, war in Hamburg geboren.
Das Ehepaar Elsoffer drängte die beiden Töchter frühzeitig zur Flucht aus Deutschland.


Hugo Elsoffer, die zweite Tochter Ruth-Edith, geb. 1911, und Hund Fips

Hugo Elsoffer wurde am 11. November 1938 in das KZ Buchenwald verschleppt (Nummer 23 174 oder 23175) und am 10.12.1938 entlassen.

Im September 1942 wurden Hugo und Johanna Elsoffer - wie alle Gießener Juden - zum Sammellager Goetheschule gezwungen, von dort zusammen mit den oberhessischen Juden nach Darmstadt in ein Sammellager. Das Ehepaar wurde am 30. Sept. 1942 zusammen mit knapp 900 weiteren jüdischen Opfern aus dem ehemaligen Volksstaat Hessen nach Ostpolen (damals: Generalgouvernement5) verschleppt, vermutlich in das Vernichtungslager Treblinka. Dort wurden die Menschen unmittelbar nach Ankunft ermordet.

Quellen:
(3) Hessisches Staatsarchiv Darmstadt - HStAD G 21 B Nr. 5096.
(5) Initiative þGedenkort Güterbahnhof Darmstadtü (Hrsg.): Die Deportationslisten. S. 5
(1,2,4) Jüdische Gräber in Gießen. Hrsg. Magistrat der Universitätsstadt Gießen. 1995, S. 102
Herkunfts- und Rechtevermerk: Fotos aus dem Nachlass von R.E. Chambré, geb. Elsoffer. Nachlassverw. Dr. Klaus Konrad-Leder, c/o Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung, Amtsgerichtsstraße 4, 35423 Lich.