Janz, Frieda, geb. Keßler

Janz, Frieda, geb. Keßler, geboren am 7. November 1902

Frieda Keßler wurde am 07.11.1902 in Gießen geboren. Ihre Eltern waren August und Meta Keßler geb. Königsthal. Die Familie lebte in der Weserstraße. Der Vater arbeitete in der Pferdemetzgerei seines Vaters, Moses Keßler.

1907 zog die Familie nach Wetzlar in die Lahnstraße 28, wo der Vater sich selbständig machte und eine Metzgerei betrieb.

Am 10.12.1925 heiratete Frieda Heinrich Janz. Für Heinrich Janz war dies die zweite Ehe. Das Paar wohnte bei den Schwiegereltern in der Lahnstraße. Im Dezember 1938 wurde die kinderlose Ehe vor dem Landgericht in Limburg geschieden. Vermutlich gehörte H. Janz einer christlichen Glaubensgemeinschaft an und hat sich daher von seiner Frau getrennt.

Frieda Janz zog nach der Scheidung nach Wiesbaden. Hier lebte sie bis Mitte März 1939 und ging dann nach Beuern Kreis Gießen. Frieda Janz wohnte in der Borngasse 41 bei Familie Griesheim, die eine Matzebäckerei betrieb. Nach der Emigration von Julius Griesheim im Februar 1940 in die USA zog Frieda Janz, ihr Beruf ist als Hausangestellte angegeben, zunächst in die Ludwigstraße 14, musste dann aber noch im selben Jahr in die Walltorstraße 42, in das Ghettohaus umziehen. Im Mai 1942 zog Frieda zu ihrem Onkel Friedrich Keßler in den Neuenweg 33 und lebte dort mit ihrer Tante Friederike und ihrer Schwester Recha bis zur Deportation zusammen.

Am 14.09.1942 wurden sie und viele andere jüdische Bürgerinnen und Bürger in die Goetheschule gebracht und am 16.09.1942 vom Güterbahnhof aus nach Darmstadt deportiert. Laut Deportationsliste in den Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Band 85 wurde sie „am 30.09.1942 deportiert nach Polen, vermutlich Treblinka, ermordet“.

Literatur:
Monika Kingreen, Gewaltsam verschleppt aus Oberhessen. Die Deportation der Juden im September 1942 und in den Jahren 1943-1945, in; Mitteilungen des OHG, Band 85, 2000, S. 5-95
Erwin Knauß, Die jüdische Bevölkerung Gießens 1933 – 1945, 4. Aufl. 1987
Karsten Porezag, Als auch Nachbarn Juden wurden. Die Deportation und Ermordung der letzten Wetzlarer Juden 1938 – 1943/45

Spender: Koordinationsgruppe Stolpersteine
Spurensuche: Christel Buseck