Friedrich Keßler

Friedrich Keßler, geboren am 12. Juni 1889 in Gießen

Friedrich Keßler wurde als 5. Kind der Eheleute Moses und Lina Keßler geb. Rothschild in Gießen geboren. Friedrich (Fritz) hatte insgesamt 8 Geschwister, 5 Brüder und 3 Schwestern. Der Vater Moses war von Beruf Pferdemetzger und Wirt. Die Familie war im Sommer 1886 aus Siegen zugezogen und lebte im Neuenweg 33. Friedrich erlernte den Beruf des Metzgers und übernahm später das Geschäft der Eltern, die Pferdemetzgerei und die Gaststätte „ Zum weissen Ross“.

Am 25.05.1914 heiratete er Friederike Königsthal aus Carlshafen Kreis Hofgeismar, die Schwägerin seines ältesten Bruders. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor, Alwin geboren am 18.04.1915. Alwin folgte der Familientradition und erlernte wie Großvater und Vater den Beruf des Metzgers ab 1930 in Weidenhausen. Er ging 1934 nach Köln und emigrierte im Frühjahr 1938 in die USA.

In der Zeit vom 03.11.41 bis 08.09.1942 war Friedrich Keßler als Tiefbauarbeiter zur Zwangsarbeit bei einer Gießener Baufirma verpflichtet.

Friederich Keßler musste mit seiner Frau Friederike und den beiden Nichten Recha und Frieda nicht in ein Ghettohaus umziehen, sie konnten bis zur Deportation in ihrem Haus im Neuenweg wohnen bleiben.

Am 14.09.1942 wurden er mit seiner Frau, den beiden Nichten und vielen anderen jüdischen Bürgern in die Goetheschule gebracht und am 16.09.1942 vom Güterbahnhof aus nach Darmstadt deportiert. Laut Deportationsliste in den Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Band 85 wurde er „am 30.09.1942 deportiert nach Polen, vermutlich Treblinka, ermordet“.

Literatur:
Monika Kingreen, Gewaltsam verschleppt aus Oberhessen. Die Deportation der Juden im September 1942 und in den Jahren 1943-1945, in; Mitteilungen des OHG, Band 85, 2000, S. 5-95
Erwin Knauß, Die jüdische Bevölkerung Gießens 1933 – 1945, 4. Aufl. 1987

Spender: A. Nailor
Spurensuche: Christel Buseck