Richard und Paula Rosenthal geb. Katz

Rosenthal, Paula, geb. Katz
geb. 09.01.1883 Steinbach

Rosenthal, Richard
geb. 28.04.1878 Butzbach

Paula Katz, verh. Rosenthal wurde am 09.01.1883 in Steinbach als zweites von fünf Kindern der Eheleute Gerson Katz III. und Rosalie, geb. Kann geboren. Am 22.06.1908 heiratete sie Richard Rosenthal in Gießen und beide zogen in die Ludwigstraße 45.

Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor: Gertrude, geboren 07.11.1910. Sie emigrierte am 23.03.1938 nach Berneville /USA und lebte später in New York.

Richard Rosenthal trat in das Geschäft seines Schwiegervaters Gerson Katz III. ein und wurde Teilhaber der Firma Katz, Gerson; Immobilien und Hypotheken-vermittlung, Getreide- und Mühlenfabrikate, die ihren Sitz in Gießen, Ludwigstraße 45 hatte. Bis November1937 konnte das Geschäft betrieben werden und musste zum 01.01.1938 geschlossen werden. Anfang 1941 wohnte das Ehepaar noch in ihrer Wohnung Ludwigstraße 45. Diese musste es verlassen und lebte bis zur Deportation im Ghettohaus Landgrafenstraße 8. In der Zeit von 07.04.1940 bis 12.08.1942 war Richard Rosenthal zur Zwangsarbeit bei einer Gießener Baufirma verpflichtet.

Am 14.09.1942 wurde Paula mit ihrem Ehemann Richard und vielen anderen jüdischen Bürgern in die Goetheschule gebracht und am 16.09.1942 vom Güterbahnhof aus nach Darmstadt deportiert. Laut Deportationsliste in den Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Band 85 wurde sie „am 30.09.1942 deportiert nach Polen, vermutlich Treblinka, ermordet“.

Literatur:
Monika Kingreen, Gewaltsam verschleppt aus Oberhessen. Die Deportation der Juden im September 1942 und in den Jahren 1943-1945, in; Mitteilungen des OHG Band 85, 2000, S. 5-95
Erwin Knauß, Die jüdische Bevölkerung Gießens 1933 – 1945, 4. Aufl. 1987
Hanno Müller u. a., Familienbuch Butzbach Bd. V Judenfamilien in Butzbach und seinen Stadtteilen, 2007
Hanno Müller, Juden in Steinbach, 2008

Spende: Gesellschaft für Christlich – Jüdische Zusammenarbeit Gießen – Wetzlar e.V.
Spurensuche: Christel Buseck