Richard und Paula Rosenthal geb. Katz

Rosenthal, Richard
geb. 28.04.1878 Butzbach

Rosenthal, Paula, geb. Katz
geb. 09.01.1883 Steinbach

Richard Rosenthal wurde am 28.04.1878 in Butzbach geboren. Sein Vater war Kaufmann Rosenthal, der mit Pferden und Getreide handelte, seine Mutter Jettche Rosenthal, geb. Strauss. Der Vater betrieb den Handel bis 1871 in Nieder-Weisel und siedelte dann mit der Familie nach Butzbach um. Richard erlernte den Beruf des Kaufmanns. Im Juni 1908 zog er nach Gießen und heiratete am 22.06.1908 Paula Katz

Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor: Gertrude, geboren 07.11.1910. Sie emigrierte am 23.03.1938 nach Berneville /USA und lebte später in New York.

Richard Rosenthal trat in das Geschäft seines Schwiegervaters Gerson Katz III. ein und wurde Teilhaber der Firma Katz, Gerson; Immobilien und Hypotheken–Vermittlung, Getreide- und Mühlenfabrikate, die ihren Sitz in Gießen, Ludwigstraße 45 hatte. Bis November1937 konnte das Geschäft betrieben werden und musste zum 01.01.1938 geschlossen werden. Anfang 1941 wohnte das Ehepaar noch in ihrer Wohnung Ludwigstraße 45. Diese musste es verlassen und lebte bis zur Deportation im Ghettohaus Landgrafenstraße 8. In der Zeit von 07.04.1940 bis 12.08.1942 war Richard Rosenthal zur Zwangsarbeit bei einer Gießener Baufirma verpflichtet.

Am 14.09.1942 wurde er mit seiner Ehefrau Paula und vielen anderen jüdischen Bürgern in die Goetheschule gebracht und am 16.09.1942 vom Güterbahnhof aus nach Darmstadt deportiert. Laut Deportationsliste in den Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Band 85 wurde er „am 30.09.1942 deportiert nach Polen, vermutlich Treblinka, ermordet“.

Literatur:
Monika Kingreen, Gewaltsam verschleppt aus Oberhessen. Die Deportation der Juden im September 1942 und in den Jahren 1943-1945, in; Mitteilungen des OHG Band 85, 2000, S. 5-95
Erwin Knauß, Die jüdische Bevölkerung Gießens 1933 – 1945, 4. Aufl. 1987
Hanno Müller u. a., Familienbuch Butzbach Bd. V Judenfamilien in Butzbach und seinen Stadtteilen, 2007
Hanno Müller, Juden in Steinbach, 2008

Spende: Helmut Stock, ehemaliger Nachbar
Spurensuche: Christel Buseck