Flora Sander

Flora Sander, geb. am 28.09.1903, verh. Michaelis (1928), verwitwet; gesch. Rizzi (1952), Wiederannahme des Geburtsnamens Sander, Todesdatum unbekannt

Adressen (Meldekartei Stadtarchiv Gießen)

Flora Sander wurde am 28.09.1903 in Gießen geboren.

Ihre Eltern waren Dr. David Sander, geb. 13. Sept. 1867 in Kurnik/Bez. Posen, Provinzialrabbiner in Gießen, gest. 19. April 1939 in Gießen, und Johanna Sander, geb. Jochsberger, geb. 9. Sept. 1876 in München , Todesdatum nicht bekannt.

Flora hatte einen älteren Bruder Hugo, geb. 18. Juni 1899 in Gießen, gest. am 14. Mai 1936 in Frankfurt, und eine ältere Schwester Bertha, geb. 6. Juli 1900 in Gießen, deportiert und ermordet im September 1942.

Flora besuchte die Höhere Mädchenschule (heute Ricarda-Huch-Schule) in Gießen. Sie verließ Gießen am 22. Sept. 1921 und zog nach München. Sie besuchte dort (vermutlich) die Kunstgewerbeschule. Im April 1924 kehrte sie nach Gießen zurück. In der Einwohnerkartei ist sie mit "Kunstgewerblehrerin" verzeichnet. Im September 1923 ging sie nach Berlin, Brunnenstr. 41. Dies ist die Adresse des Frauenvereins der Berliner Logen. Dort befand sich ein Mütter- und Säuglingsheim; junge Frauen wurden zu Kinderpflegerinnen aus gebildet. Sie kehrt im April 1922 nach Gießen zurück, und ist in der Meldekartei mit der Angabe "Säuglingsschwester" "ärztliche Assistentin" verzeichnet.

Mit der Eintragung "am 3.7.28 nach Frankfurt, Fürstenbergstr. 1, dort verheiratet mit ... Michaelis" enden die Eintragungen zu ihrer Person in Gießen. (Ort und Datum der Heirat weder in Gießen noch in Frankfurt verzeichnet)

In Frankfurt, Standesamt, konnte die Geburt von Tochter Traute, am 16. Juni 1929 ermittelt werden, leider ohne Adresse.

Von Flora ist ab 1946 in der Wiedergutmachungsakte ihrer Mutter Johanna Sander zu lesen. Vor der Emigration der Mutter nach Frankfurt musste die Tochter eine Einkommenserklärung abgeben.

Zu ihrem Ehemann Julius Michaelis ist der Wiedergutmachungsakte nichts zu entnehmen. Wie Flora als Jüdin in Frankreich überleben konnte, wann sie bzw. ihre Familie dort hin fliohen, konnte nicht ermittelt werden.

Ihre Tochter Traute (ob sie Geschwister hatte ist bisher nicht bekannt) wäre mit aktuellem Stand die einzige Tochter.

Spende: Universitätsbibliothek Gießen, Herr Dr. Reuter
Spurensuche und Text: Monika Graulich