Familie Sonneborn

Sonneborn, Isidor, geboren am 18.07.1880 in Breidenbach Krs.Biedenkopf

Er lebte seit 1888 in Gießen und besuchte dort das Realgymnasium. Er erlernte den Beruf eines Kaufmanns und Kleiderhändlers.

Am 28.11.1911 heiratete er Rosa Kuder, geb. am 19.6.1871 in Heuchelheim. ( Sie ist weitläufig mit der Familie von Jossi Stern verwandt). Rosa war ein Waisenkind und neun Jahre älter als ihr Ehemann. Es ist zu vermuten, dass die Heirat mit Isidor Sonneborn eine von der Familie arrangierte Versorgungsehe war.

Ab 1920 wohnte die Familie mit ihrer Tochter Irmgard (*7.11.1912 in Gießen) in der Alicenstr.11 im Erdgeschoß. Diese Hausnummer wurde 1930 in die Nr. 16 umgewandelt. Zwei Räume dieser großen Wohnung dienten als Lager und Verkaufsraum für "Ellenwaren" (Stoffballen) und Kleider. Das Geschäft wurde vorwiegend von Rosa Sonneborn betreut, während ihr Ehemann Isidor als Vertreter mit Musterkoffern in einem bestimmten Bereich Hessens über Land reiste und versuchte, Kunden zu gewinnen.

1934 gaben sie das Geschäft aus Altersgründen auf. Die Familie zog in den Alten Wetzlarer Weg 15 (letzte frei gewählte Adresse)>.

Von 1939 - 41 mußten sie noch einmal umziehen in die Alicenstr.16.

1942 mußten sie in das Ghettohaus Landgrafenstr.8 umziehen.

Am 31.08.1942 wurden Isidor und Rosa Sonneborn nach Theresienstadt deportiert.

Dort ist Rosa S. am 6.07.1943 und Isidor S. 21.12.1943 verstorben.

Die Tochter Irmgard konnte 1935 nach Palästina auswandern und lebt noch unter dem Namen Jehudit Kallner in einem "Parents Home" bei Tel Aviv.

Spende: Partnerschaftsverein Gießen-Netanya
Spurensuche: Hannelore Kraushaar-Hoffmann